Titelbild: KI-generiertes Symbolbild, erstellt mit ChatGPT. Die Produktfotos in den verlinkten Tests sind echte Aufnahmen.
Stromausfälle dauern meist nicht lange. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) werden sie in der Regel in wenigen Stunden behoben, in Notsituationen mit großflächigen Schäden kann es aber auch Tage dauern. Dann fallen nicht nur Licht und Herd aus, sondern oft auch Heizung, Handynetz und Leitungswasser. Ein kleiner Vorrat nimmt dieser Situation viel von ihrem Schrecken.
Ich habe mir für die Notfallkiste ein Kurbelradio gekauft und es ausführlich ausprobiert, alles dazu steht im Kurbelradio-Test. In diesem Ratgeber gehe ich die Empfehlungen des BBK Punkt für Punkt durch: was in den Vorrat gehört, wie viel Wasser du brauchst und was du tust, wenn der Strom weg ist. Grundlage sind der BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Stand 11/2025, 2. Auflage), seine Checkliste, die BBK-Seite zum Stromausfall (abgerufen 23.10.2026) und die BBK-Broschüre zum Stromausfall (Stand Januar 2019).
Kurz gesagt
Laut BBK sollten sich alle Haushalte möglichst zehn Tage selbst versorgen können, aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon sehr. Dazu gehören idealerweise 2 Liter Wasser pro Person und Tag, haltbare Lebensmittel, ein Radio mit Kurbel, Solar oder Batterien, eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien, eine aufgeladene Powerbank, Bargeld, eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier und eine Hausapotheke. Du musst nicht alles auf einmal kaufen, der Vorrat lässt sich Schritt für Schritt aufbauen.
Was bei einem Stromausfall alles ausfällt
Der BBK-Ratgeber zählt auf, was ohne Strom nicht mehr funktioniert. Die Liste ist länger, als viele denken:
- Licht, Herd und Kühlschrank gehen aus. Laut BBK-Broschüre zum Stromausfall (Stand Januar 2019) tauen Kühl- und Gefrierschränke ab, die Lebensmittel darin verderben innerhalb kurzer Zeit.
- Die Heizung funktioniert ohne Strom vielleicht ebenfalls nicht.
- Leitungswasser: Wasserwerke brauchen Strom und digitale Systeme. Ohne sie kann die Wasserversorgung ausfallen.
- Handy, Internet und Warn-Apps: Ohne Strom oder funktionierende digitale Systeme fällt laut BBK das Mobilfunknetz aus. Viele Warnkanäle funktionieren dann nicht.
- Geld: Geldautomaten und das Bezahlen per Karte oder Handy funktionieren nicht mehr.
- Fernseher und Radio aus der Steckdose bleiben stumm.
Wie lange soll der Vorrat reichen?
Das BBK empfiehlt, dass sich alle Haushalte möglichst zehn Tage selbst versorgen können: mit Wasser und Essen, medizinischer Versorgung und Hygiene. Gleichzeitig betont es, dass auch ein Vorrat für zumindest drei Tage schon sehr hilft und du darauf schrittweise aufbauen kannst. Die Checkliste des BBK hat dafür Kästchen für 3, 5, 7 und 10 Tage. Du fängst also klein an und ergänzt nach und nach.
Wasser: 2 Liter pro Person und Tag
Trinkwasser ist laut BBK sehr wichtig, wichtiger als Essen. Idealerweise planst du 2 Liter pro Person und Tag ein, davon sind 0,5 Liter zum Kochen gedacht. Vergiss deine Haustiere nicht. Mit diesem Wert ergibt sich:
| Haushalt | 3 Tage | 5 Tage | 7 Tage | 10 Tage |
| 1 Person | 6 Liter | 10 Liter | 14 Liter | 20 Liter |
| 2 Personen | 12 Liter | 20 Liter | 28 Liter | 40 Liter |
| 3 Personen | 18 Liter | 30 Liter | 42 Liter | 60 Liter |
| 4 Personen | 24 Liter | 40 Liter | 56 Liter | 80 Liter |
Die Werte für drei Personen bei 3, 5 und 10 Tagen nennt das BBK selbst, die übrigen sind mit denselben 2 Litern pro Person und Tag gerechnet. Zusätzlich führt die BBK-Checkliste Wasserbehälter für Lösch- oder Brauchwasser auf.
Essen: haltbar, fertig, schnell gekocht
Was in deinen Vorrat gehört, hängt von deinem Haushalt ab. Das BBK nennt vier Fragen, die beim Zusammenstellen helfen. Ist es haltbar, also ohne Kühlung lagerbar? Ist es fertig, also auch ohne Herd essbar? Hat es eine kurze Kochzeit, damit die Energie aus Campingkocher oder Grill länger reicht? Und passt es zu allen im Haushalt, auch zu Kleinkindern, Allergien und Haustieren? Beispielvorräte und einen Vorratskalkulator verlinkt das BBK auf ernaehrungsvorsorge.de.
Zum Kochen ohne Strom unterscheidet der BBK-Ratgeber (Stand 11/2025) klar. In Räumen eignen sich ein Stövchen mit Teelicht zum Aufwärmen, ein Fondue-Set mit Brennpaste für kleine Mengen und ein Gaskocher, der für Innenräume zugelassen ist. Campingkocher mit Gaskartusche sowie Gas- oder Holzkohlegrill gehören nur ins Freie. Bei offenem Feuer in Innenräumen kann Kohlenmonoxid entstehen, das BBK empfiehlt deshalb geprüfte Kohlenmonoxid-Melder.
Radio: Informationen auch ohne Netz und Steckdose
Wenn Mobilfunknetz und Internet ausfallen, fallen laut BBK auch Warn-Apps und Handy-Warnungen aus. Radiosender funktionieren dann aber noch. Bei Stromausfall laufen Auto- und Kurbelradios sowie batteriebetriebene Radios weiter, weil sie keinen Strom aus der Steckdose brauchen. Die BBK-Checkliste nennt deshalb ein Solar- oder batteriebetriebenes Radio inklusive Batterien oder ein Kurbelradio.
Genau dafür habe ich mein Kurbelradio gekauft. Es bekommt auf fünf Arten Strom, unter anderem über die Kurbel, ein kleines Solarpanel, drei AAA-Batterien und USB-C. Beim Kurbeln kam im Test Leistung an, Display und Bedienung zeigten das, danach ließ sich der Sendersuchlauf starten. Auch über das Solarpanel am Fenster hat es geladen. Dazu hat es ein LED-Feld, eine Taschenlampe und eine sehr laute SOS-Funktion, die du zwei Sekunden lang drückst. Es hat die Modi Digital, FM, Bluetooth und Standby und eignet sich auch als Gartenradio, weil es nicht an der Steckdose hängen muss.

Mein Tipp: Probier das Radio aus, bevor du es brauchst. Such einen regionalen Sender, merk dir die Bedienung und leg Ersatzbatterien dazu. Auch das Autoradio ist laut BBK eine Informationsquelle.
Licht: Taschenlampe vor Kerze
In der BBK-Checkliste stehen eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien sowie Kerzen und Feuerzeug. Bei Kerzen und anderen offenen Flammen besteht laut BBK-Broschüre zum Stromausfall (Stand Januar 2019) ein erhöhtes Brandrisiko, wenn man unsachgemäß damit umgeht oder sie unbeaufsichtigt brennen lässt. Lüfte regelmäßig und lass sie nie allein. Rauchmelder schaffen laut derselben BBK-Broschüre (Stand Januar 2019) ein Mehr an Sicherheit.
Ich habe mir eine Shadowhawk LED-Taschenlampe geholt. Ihr Fokus lässt sich von breitem Flutlicht auf einen engen Strahl ziehen, sie hat fünf Modi, darunter Stroboskop und SOS. Das Aluminiumgehäuse ist laut Hersteller nach IP67 gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen geschützt. Geladen wird der eingebaute Akku per USB, auch an einer Powerbank. Das ist zugleich die Einschränkung für den Notfall: Ersatzbatterien wie bei einer Batterielampe gibt es nicht, du musst sie geladen halten. Laut BBK-Broschüre zum Stromausfall (Stand Januar 2019) kann auch eine Taschenlampe mit Handkurbel bei Stromausfall hilfreich sein.

Powerbank, Handy und Notstrom
Eine aufgeladene Powerbank steht sowohl im Vorrat als auch im Notgepäck des BBK. Mit ihr kannst du laut BBK zum Beispiel Handy oder Laptop bei Stromausfall laden. Das BBK rät außerdem, die Akkus von Laptop und Telefonen geladen zu halten, und nennt solarbetriebene Ladegeräte als Hilfe. Lade die Powerbank regelmäßig nach, auch wenn du sie nicht benutzt.
Wer einen Batteriespeicher hat, sollte wissen, was er bei Stromausfall kann. Der Zendure SolarFlow 2400 AC+ bei meinem Onkel versorgt dann nur eine eigene Offgrid-Steckdose an der Seite, nicht die Steckdosen im Haus. Daran kannst du einzelne Geräte direkt aus dem Akku betreiben. Die Umschaltzeit bei Stromausfall haben wir nicht getestet. Für mehr braucht es ein anderes Konzept mit dem Elektriker. Details stehen im Zendure SolarFlow 2400 AC+ Test. Was Speicher allgemein bei Stromausfall können, erkläre ich im Ratgeber Stromspeicher nachrüsten.
Bargeld, Papier und Warn-App
- Bargeld: Geldautomaten funktionieren bei Stromausfall nicht. Das BBK empfiehlt Bargeld im Notgepäck und zusätzlich zu Hause.
- Telefonnummern auf Papier: Eine ausgedruckte oder handgeschriebene Liste hilft, wenn du nicht auf dein Handy zugreifen kannst.
- Warn-App: Installiere eine Warn-App wie NINA, solange alles läuft. Bei Stromausfall oder Netzausfall funktionieren laut BBK viele Warnkanäle aber nicht, deshalb gehört das Radio dazu.
- Offline-Karten: Viele Kartendienste lassen sich laut BBK vorab herunterladen und offline nutzen.
- Anlaufstellen: Wenn 110 und 112 nicht funktionieren, gehst du laut BBK bei einem Notfall, wenn möglich, zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus.
Hausapotheke und Hygiene
Wenn du regelmäßig Medikamente brauchst, ist laut BBK ein Vorrat für mindestens zehn Tage sinnvoll. Die Checkliste nennt außerdem Grundausstattung wie Schmerzmittel, Fieberthermometer, Pflaster und Verbandsmaterial. Bei der Hygiene stehen Zahnpasta und Zahnbürsten, Seife, Toilettenpapier, Feuchttücher, Haushaltspapier, Desinfektionsmittel sowie große, stabile Müllbeutel zum Einhängen in die Toilette auf der Liste. Laut BBK kann es außerdem sinnvoll sein, Dinge mit anderen zusammen anzuschaffen und zu teilen.
Wenn der Strom weg ist: die ersten Schritte
- Wärmegeräte ausschalten. Das BBK rät in seiner Broschüre zum Stromausfall (Stand Januar 2019), sofort nach Beginn des Stromausfalls Herd, Ofen, Bügeleisen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Heizdecken und Heizlüfter auszuschalten. So laufen sie nicht unkontrolliert, wenn der Strom zurückkommt.
- Radio einschalten und auf Mitteilungen der Behörden achten.
- Warm bleiben. Warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke überbrücken einen Heizungsausfall eine Zeit lang. Bleib laut BBK möglichst in einem Raum, halte die Türen geschlossen und lüfte trotzdem regelmäßig, besonders bei Kerzenlicht.
- Nur zugelassene Geräte drinnen. Gasheizer müssen laut BBK für Innenräume zugelassen sein und Sicherungen wie eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung haben, grillen in der Wohnung ist wegen Erstickungsgefahr tabu.
- Nachbarn im Blick behalten. Gib amtliche Warnungen weiter, vielleicht haben nicht alle sie erhalten.
Checkliste zum Abhaken
- Trinkwasser: 2 Liter pro Person und Tag, für 3, 5, 7 oder 10 Tage
- Haltbare Lebensmittel für alle Personen und Futter für Haustiere
- Kochgelegenheit ohne Strom und Brennstoff dafür
- Radio mit Kurbel, Solar oder Batterien, plus Ersatzbatterien
- Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Kerzen und Feuerzeug
- Aufgeladene Powerbank
- Warn-App installiert, wichtige Telefonnummern auf Papier
- Bargeld
- Warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke
- Hausapotheke und persönliche Medikamente
- Hygieneartikel, Toilettenpapier, stabile Müllbeutel
- Rauchmelder, Feuerlöscher und Kohlenmonoxid-Melder
Die vollständige Liste mit Notgepäck und Brandschutz findest du in der Checkliste des BBK. Prüf laut BBK, was für deine Lebenssituation angemessen ist, jede Vorbereitung zählt.
Mein Fazit
Vorsorge für einen Stromausfall ist kein Grund zur Sorge, sondern eine ruhige Aufgabe für ein paar Wochenenden. Fang mit Wasser und Essen für drei Tage an, leg Licht und ein Radio dazu und bau den Vorrat dann bis zu den zehn Tagen aus, die das BBK empfiehlt. Mein Kurbelradio für Notfälle und die Taschenlampe gehören in dieselbe Kategorie: Zeug, das man selten braucht und dann sofort. Die Tests mit Video findest du unten.

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Häufige Fragen zur Vorsorge für einen Stromausfall
Wie viel Wasser sollte man für einen Stromausfall lagern?
Laut BBK idealerweise 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Für eine Person und zehn Tage sind das 20 Liter, für drei Personen nennt das BBK 60 Liter. Denk auch an Haustiere.
Für wie viele Tage sollte man vorsorgen?
Das BBK empfiehlt, dass sich alle Haushalte möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon sehr, darauf kannst du Schritt für Schritt aufbauen.
Warum braucht man bei Stromausfall ein Radio?
Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, funktionieren auch Warn-Apps nicht mehr. Radiosender senden laut BBK aber weiter. Ein Kurbel-, Solar- oder Batterieradio braucht keine Steckdose.
Funktioniert das Handy bei einem Stromausfall?
Nur solange Akku und Mobilfunknetz durchhalten. Laut BBK kann das Netz ohne Strom ausfallen. Halte Akkus geladen, leg eine aufgeladene Powerbank bereit und notiere wichtige Nummern auf Papier.
Darf ich bei Stromausfall drinnen mit dem Campingkocher kochen?
Laut BBK-Ratgeber (Stand 11/2025) gehören Campingkocher mit Gaskartusche sowie Gas- und Holzkohlegrill nur ins Freie. Drinnen eignen sich ein Stövchen, ein Fondue-Set mit Brennpaste oder ein Gaskocher, der für Innenräume zugelassen ist.
Hilft ein Batteriespeicher bei Stromausfall?
Das hängt vom Gerät ab. Der Zendure SolarFlow 2400 AC+ meines Onkels versorgt bei Stromausfall nur eine eigene Offgrid-Steckdose, nicht die Steckdosen im Haus. Was dein Speicher kann, steht im Datenblatt, mehr klärst du mit einem Elektrofachbetrieb.
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