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Licht am Bildschirmarbeitsplatz: Monitorlampe, Schreibtischlampe oder Raumlicht?

Wie hell sollte es am Schreibtisch sein, woher kommen Spiegelungen im Bildschirm, und wann passt eine Monitorlampe, eine Schreibtischlampe oder das Raumlicht? Mit den Werten der ASR A3.4 und meiner BenQ ScreenBar.

Titelbild: KI-generiertes Symbolbild, erstellt mit ChatGPT. Die Produktfotos in den verlinkten Tests sind echte Aufnahmen.

Am Bildschirm zu arbeiten heißt, auf eine helle Fläche zu schauen und daneben Papier, Tastatur und Notizen zu sehen. Ist es am Tisch zu dunkel, fehlt Licht für alles neben dem Monitor. Ist die falsche Lampe an der falschen Stelle, spiegelt sie sich im Bildschirm. In diesem Ratgeber erkläre ich dir, welche Helligkeit die Arbeitsstättenregeln für Büroarbeit nennen, woher Blendung und Spiegelungen kommen und wann eine Monitorlampe, eine Schreibtischlampe oder einfach das Raumlicht die richtige Wahl ist.

Kurz gesagt

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 nennt für Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung einen Mindestwert von 500 Lux am Arbeitsplatz und mindestens 300 Lux im Umfeld. Gutes Licht am Bildschirm besteht deshalb aus zwei Teilen: einer Grundhelligkeit im Raum und Licht auf der Arbeitsfläche. Keine Lichtquelle sollte sich im Bildschirm spiegeln oder direkt ins Gesicht strahlen. Eine Monitorlampe wie die BenQ ScreenBar leuchtet schräg nach unten auf den Tisch und spiegelt sich nicht, ersetzt aber kein Raumlicht.

Wie hell sollte es am Schreibtisch sein?

Helligkeit auf einer Fläche wird in Lux gemessen. Die ASR A3.4 „Beleuchtung und Sichtverbindung“ beschreibt die Beleuchtungsstärke als Maß für das auf eine Fläche auftreffende Licht. Laut ASR A3.4 (Ausgabe Mai 2023, Anhang 3, Nummer 4.2) gilt für Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung in Büros ein Mindestwert von 500 Lux. Dazu kommt ein Farbwiedergabeindex der Lampen von mindestens Ra 80.

Wichtig ist auch das Umfeld. Bei Arbeitsplätzen, die mit 500 Lux oder mehr zu beleuchten sind, muss laut ASR A3.4 (Nummer 6.2 Absatz 5) die mittlere Beleuchtungsstärke im Umgebungsbereich mindestens 300 Lux betragen. Ein hell erleuchteter Tisch in einem sonst dunklen Zimmer entspricht dem also nicht. Die ASR weist außerdem darauf hin, dass mit zunehmendem Alter eine höhere Beleuchtungsstärke nötig sein kann (Nummer 6.1).

BereichMindestwert laut ASR A3.4
Schreiben, Lesen, Datenverarbeitung500 lx, Farbwiedergabe Ra ≥ 80
Umgebungsbereich eines solchen Arbeitsplatzes300 lx im Mittel
Ablegen, Kopieren300 lx, Ra ≥ 80
Technisches Zeichnen von Hand750 lx, Ra ≥ 80

Die ASR richtet sich an Arbeitgeber. Richtest du dir dein Homeoffice privat ein, schreibt sie dir nichts vor. Ist es ein vom Arbeitgeber eingerichteter Telearbeitsplatz, gelten laut Arbeitsstättenverordnung (§ 1 Abs. 4, Stand März 2024) Teile der Regeln für Bildschirmarbeit. Als Orientierung taugen die Werte in jedem Fall. Eine Lux-Messung habe ich an meinem Tisch nicht gemacht.

Blendung und Spiegelungen: woher sie kommen

Die ASR A3.4 (Nummer 3.15) nennt zwei typische Ursachen für Blendung. Direktblendung entsteht durch schlecht abgeschirmte und zu helle Lichtquellen, im Alltag etwa eine nackte Glühbirne oder ein Fenster mit Sonne hinter dem Monitor. Reflexblendung entsteht durch störende Spiegelungen heller Lichtquellen auf glänzenden Flächen, ausdrücklich genannt sind Bildschirme. Allgemein spricht die ASR von Blendung bei zu hohen Leuchtdichten oder zu großen Helligkeitsunterschieden im Blickfeld.

Als Gegenmittel nennt die ASR A3.4 unter anderem die richtige Auswahl und Anordnung der Leuchten, kleinere Helligkeitsunterschiede durch helle Decken und Wände und matte Oberflächen. Für Tageslicht empfiehlt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (Pressemitteilung vom 2. Juni 2022), Arbeitsplätze so zu stellen, dass der Blick parallel zur Fensterfront gerichtet ist. Außerdem muss sich laut DGUV der Lichteinfall am Bildschirmarbeitsplatz regulieren lassen, etwa mit Jalousien oder Rollos. Selbst mit Sonnenschutzglas ist ein solcher Blendschutz laut DGUV in der Regel nötig.

Wie viel die Oberfläche ausmacht, sehe ich an meinem ASUS ProArt PA278QV. Er ist matt entspiegelt, meine Deckenlampe zeigt sich darauf nur als weicher, heller Fleck und nicht als scharfes Spiegelbild. Auf einem glänzenden Display wäre dieselbe Lampe deutlich störender. Mehr dazu im ASUS ProArt PA278QV Test.

Matt entspiegelter 27-Zoll-Monitor am Schreibtisch, von vorne

Ein einfacher Spiegeltest: Schalte den Bildschirm aus oder zeig ein schwarzes Bild und setz dich in deine normale Arbeitsposition. Alles, was du jetzt hell im Bildschirm siehst, spiegelt sich auch beim Arbeiten. Meist ist es eine Deckenlampe hinter dir, eine Schreibtischlampe oder ein Fenster. Dann hilft es, die Lampe zu versetzen, den Bildschirm leicht zu drehen oder zu neigen.

Raumlicht, Schreibtischlampe oder Monitorlampe?

Die drei Lichtquellen haben verschiedene Aufgaben. Meist ist die Kombination aus Raumlicht und einer Lampe für den Tisch die beste Lösung.

RaumlichtSchreibtischlampeMonitorlampe
AufgabeGrundhelligkeit im ganzen Raumgezieltes Licht für Papier und ArbeitsflächeLicht auf den Tisch vor der Tastatur
Platz auf dem TischkeinerFuß oder Klemme nötigkeiner, sitzt auf dem Monitor
Spiegelung im Bildschirmmöglich, je nach Lage der Leuchtemöglich, je nach Winkelbei schräg nach unten strahlenden Modellen nicht
Achtungallein meist zu wenig Licht am TischLeuchtmittel abschirmen, Schatten der HandRahmendicke, USB-Anschluss, Webcam-Platz

Raumlicht: die Grundlage

Das Raumlicht sorgt für den Umgebungsbereich, also für die Helligkeit rund um deinen Tisch. Ohne es entsteht ein großer Helligkeitsunterschied zwischen hellem Bildschirm, hellem Tisch und dunklem Zimmer. Eine Deckenleuchte direkt hinter deinem Rücken spiegelt sich leicht im Bildschirm. Besser liegt sie seitlich oder über dem Raum verteilt.

Schreibtischlampe: flexibel für Papier

Eine Schreibtischlampe ist gut, wenn du viel auf Papier schreibst, zeichnest oder Unterlagen sortierst. Stell sie so, dass das Leuchtmittel abgeschirmt ist und du nicht direkt hineinschaust. Wer mit rechts schreibt, stellt sie meist links auf, damit die Hand keinen Schatten auf das Papier wirft, bei Linkshändern umgekehrt. Richte den Kopf auf die Arbeitsfläche und nicht auf den Bildschirm, und mach danach den Spiegeltest.

Monitorlampe: Licht ohne Platzbedarf

Eine Monitorlampe ist eine Leuchtleiste, die oben auf dem Bildschirm sitzt. Bei mir ist es die BenQ ScreenBar. Sie strahlt schräg nach unten und vorne, der Lichtfleck liegt auf der Tischplatte vor der Tastatur. Der Bildschirm selbst bleibt frei und die Leiste spiegelt sich nicht darin. Laut BenQ leuchtet sie etwa 60 × 30 Zentimeter mit 500 Lux aus. Eine Automatik regelt laut BenQ so nach, dass rund 500 Lux auf dem Tisch ankommen. Die Zahl entspricht dem Wert, den die ASR für Lesen und Schreiben nennt. BenQs Angabe gilt aber für eine Fläche von 60 × 30 Zentimetern, die ASR meint den ganzen Bereich deines Arbeitsplatzes. Gemessen habe ich das nicht.

Lichtfleck einer Monitorlampe auf dem Holzschreibtisch vor der Tastatur, eingeblendet die Herstellerangabe 60 × 30 cm bei 500 Lux

Die Grenzen: Die Leiste ist 45 Zentimeter breit, an sehr breiten Monitoren bleiben die Ränder dunkler. Strom kommt per USB vom Monitor oder Rechner, geht der Rechner aus, kann auch die Lampe ausgehen. Die Klemme passt laut BenQ an Rahmen zwischen 1 und 3 Zentimetern und sitzt mittig, wo oft die Webcam steht. Und den Raum hellt sie nicht auf, das Raumlicht brauchst du trotzdem. Alles Weitere im BenQ ScreenBar Test.

Lichtfarbe: Warmweiß oder Kaltweiß?

Die Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben. Niedrige Werte wie 2.700 Kelvin wirken warm und gelblich, hohe Werte wie 6.500 Kelvin kühl und bläulich. Die ScreenBar lässt sich laut BenQ von 2.700 bis 6.500 Kelvin in acht Stufen einstellen. Warmes Licht wirkt abends gemütlicher, kühles Licht ist tagsüber näher am Tageslicht.

Eine bestimmte Lichtfarbe für Büroarbeit schreibt die ASR A3.4 nicht vor, wohl aber die Farbwiedergabe. Der Farbwiedergabeindex Ra reicht von 0 bis 100, je höher, desto natürlicher erscheinen Farben. Für Büroarbeit nennt die ASR mindestens Ra 80. Wer Fotos bearbeitet oder Farben auf Papier vergleicht, achtet auf einen höheren Wert. BenQ gibt für die ScreenBar Ra 95 oder mehr an.

Warmweiße und kaltweiße Leuchtpunkte an der Unterseite einer Monitorlampe

Bildschirmhelligkeit an den Raum anpassen

Auch der Bildschirm selbst ist eine Lichtquelle. Ein sehr heller Monitor in einem dunklen Zimmer erzeugt einen großen Helligkeitsunterschied im Blickfeld, und den nennt die ASR als eine Ursache für Blendung. Stell die Helligkeit des Bildschirms deshalb passend zum Raum ein: tagsüber heller, abends mit weniger Umgebungslicht niedriger. Viele Monitore haben dafür ein Schnellmenü. Beim ASUS ProArt öffnet ein Tastendruck ein Schnellmenü, etwa für die Helligkeit.

Checkliste für dein Licht am Bildschirm

  • Grundhelligkeit: Raumlicht an, auch wenn die Tischlampe leuchtet.
  • Arbeitsfläche: Licht dort, wo du liest und schreibst. Als Orientierung nennt die ASR A3.4 mindestens 500 Lux.
  • Fenster: Blick möglichst parallel zur Fensterfront, Sonnenschutz für helle Tage.
  • Spiegeltest: Bildschirm schwarz, in Arbeitsposition schauen, störende Lampen versetzen.
  • Abschirmung: Kein Leuchtmittel direkt im Blickfeld.
  • Monitorlampe: Rahmendicke, Breite des Monitors, USB-Anschluss und Webcam-Platz prüfen.
  • Lichtfarbe: nach Geschmack wählen, für Farbarbeit auf hohe Farbwiedergabe achten.
  • Bildschirm: Helligkeit an den Raum anpassen.

Mein Fazit

Gutes Licht am Bildschirmarbeitsplatz ist kein einzelnes Gerät, sondern ein Zusammenspiel aus Raumlicht, Licht auf dem Tisch und einem Bildschirm, in dem sich nichts spiegelt. Die ASR A3.4 gibt mit 500 Lux am Arbeitsplatz und 300 Lux im Umfeld eine klare Orientierung. Mich hat die Monitorlampe überzeugt, weil sie den Tisch ausleuchtet, ohne Platz zu brauchen, und sich nicht im Bildschirm spiegelt. Wie du den Rest deines Arbeitsplatzes einrichtest, steht im Ratgeber Homeoffice ergonomisch einrichten.

Häufige Fragen zum Licht am Bildschirmarbeitsplatz

Wie viel Lux braucht ein Bildschirmarbeitsplatz?

Laut ASR A3.4 (Ausgabe Mai 2023) gilt für Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung ein Mindestwert von 500 Lux, im Umgebungsbereich mindestens 300 Lux im Mittel. Für ein privat eingerichtetes Homeoffice ist das keine Vorschrift, aber eine gute Orientierung.

Wie vermeide ich Spiegelungen im Bildschirm?

Mach den Spiegeltest: Bildschirm schwarz, in Arbeitsposition schauen. Was hell zu sehen ist, versetzt du oder drehst den Bildschirm. Laut DGUV sollte der Blick möglichst parallel zur Fensterfront gehen. Ein matter Bildschirm zeigt Lampen nur als weichen Fleck.

Reicht eine Monitorlampe allein?

Nein. Sie beleuchtet den Tisch vor der Tastatur, den Raum hellt sie nicht auf. Für das Umfeld brauchst du zusätzlich Raumlicht, die ASR A3.4 nennt dafür mindestens 300 Lux.

Welche Lichtfarbe ist am Schreibtisch richtig?

Die ASR A3.4 schreibt für Büroarbeit keine Lichtfarbe vor, wohl aber einen Farbwiedergabeindex von mindestens Ra 80. Warmweiß wirkt abends gemütlicher, Kaltweiß ist tagsüber näher am Tageslicht. Wähle nach Geschmack.

Wo stelle ich die Schreibtischlampe hin?

Für Rechtshänder meist links, für Linkshänder rechts, damit die Hand keinen Schatten wirft. Das Leuchtmittel sollte abgeschirmt sein und der Lampenkopf auf die Arbeitsfläche zeigen, nicht auf den Bildschirm.

Spiegelt sich die BenQ ScreenBar im Bildschirm?

Nein. Sie strahlt schräg nach unten auf den Tisch, der Bildschirm bleibt frei. Laut BenQ leuchtet sie etwa 60 × 30 Zentimeter mit 500 Lux aus, gemessen habe ich das nicht.

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Timo Kirschhausen
Timo Kirschhausen

Verantwortlich für die Inhalte auf 4-Happy-Home.

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