Ein Walking Pad läuft im Homeoffice schnell zwei Stunden am Tag. Da liegt die Frage nahe, was das auf der Stromrechnung ausmacht. Lange gab es dazu nur Herstellerangaben zur Motorleistung, die mit dem tatsächlichen Verbrauch wenig zu tun haben. Deshalb messe ich bei meinen neueren Tests mit einem Strommessgerät, was eine Stunde Gehen wirklich kostet. Hier sind die Werte und die Rechnung dahinter.
Kurz gesagt
Beim Gehen mit 3 bis 4 km/h verbraucht ein Walking Pad etwa 0,13 bis 0,15 Kilowattstunden pro Stunde. Bei einem Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde sind das rund 5 bis 6 Cent pro Stunde oder etwa 1,80 Euro im Monat bei täglich einer Stunde. Die Motorleistung von 500 bis 1.300 Watt auf dem Typenschild ist die Spitzenleistung, nicht der Dauerverbrauch.
Gemessene Verbrauchswerte aus meinen Tests
| Modell | Messung | Gemessener Verbrauch | Umgerechnet pro Stunde |
| KUIPERS K1 | rund 2 Stunden Gehen am Schreibtisch | 0,271 kWh | ca. 0,14 kWh |
| WalkingPad X214 | 2 Stunden mit 3,3 km/h im Schnitt | unter 0,3 kWh | ca. 0,15 kWh |
| WalkingPad X218 | 30 Minuten Intervallprogramm mit Laufen | 0,13 kWh | ca. 0,26 kWh |
| KUIPERS K1 | 30 Minuten Trainingsprogramm mit Tempowechseln | 72 Wh | ca. 0,14 kWh |
Beim K1 zeigte die Verbrauchskurve meiner Messsteckdose während der rund zwei Stunden am Schreibtisch meist etwa 115 bis 150 Watt, in der Spitze gut 175 Watt. Im Schnitt entsprechen die 0,271 kWh etwa 135 Watt. Beim X218 verdoppelt sich der Verbrauch im Intervallprogramm mit Laufabschnitten, weil der Motor bei 10 km/h und mehr deutlich mehr leisten muss und ein Lüfter dazukommt.
Was eine Stunde Walking kostet
| Nutzung | Verbrauch | Kosten bei 40 ct/kWh | Kosten bei 30 ct/kWh |
| 1 Stunde Gehen (3 – 4 km/h) | ca. 0,15 kWh | ca. 6 Cent | ca. 4,5 Cent |
| 1 Stunde Intervallprogramm mit Laufabschnitten (X218) | ca. 0,26 kWh | ca. 10 Cent | ca. 8 Cent |
| 1 Stunde täglich, ein Monat | ca. 4,5 kWh | ca. 1,80 Euro | ca. 1,35 Euro |
| 2 Stunden täglich, ein Jahr | ca. 110 kWh | ca. 44 Euro | ca. 33 Euro |
Zum Vergleich: Ein Kühlschrank verbraucht im Jahr je nach Größe und Effizienzklasse ähnlich viel oder mehr. Ein Walking Pad gehört damit zu den günstigsten Fitnessgeräten im Betrieb. Die Stromkosten sind kein Argument gegen den Kauf, das Gerät muss nur genutzt werden.
Warum die Wattzahl des Motors nichts über den Verbrauch sagt
Auf dem Typenschild stehen Werte wie 550, 932 oder 1.286 Watt. Das ist die maximale Leistung, die der Motor abgeben kann, etwa beim Anfahren mit schwerem Nutzer oder beim Sprint. Beim gleichmäßigen Gehen läuft der Motor weit unter dieser Grenze. Ein stärkerer Motor verbraucht beim Gehen nicht mehr Strom, er arbeitet nur entspannter. Das X214 mit 932 Watt lag im Test bei rund 0,15 kWh pro Stunde, das K1 mit maximal 1,5 PS bei rund 0,14 kWh.
Was den Verbrauch tatsächlich beeinflusst
- Geschwindigkeit: Der größte Faktor. Von 3 auf 10 km/h verdoppelt sich der Verbrauch ungefähr.
- Körpergewicht: Mehr Last bedeutet mehr Reibung und mehr Motorarbeit.
- Schmierung: Ein trockenes Band erhöht die Reibung. Regelmäßiges Ölen mit Silikonöl senkt den Verbrauch und schont den Motor.
- Lüfter: Modelle mit Kühllüfter wie das A1 Pro ziehen etwas mehr Strom, sobald der Lüfter läuft.
- Standby: Im ausgeschalteten Zustand zieht das Gerät praktisch nichts. Wer ganz sicher gehen will, schaltet den Hauptschalter aus.

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Walking Pad ohne Strom: Gibt es das?
Diese Frage wird mir häufig gestellt. Alle Walking Pads in meinen Tests haben einen Motor und brauchen eine Steckdose. Manuelle Laufbänder ohne Motor, bei denen das Band nur durch die eigene Schrittbewegung läuft, sind eine andere Geräteklasse: meist gewölbte, deutlich größere und schwerere Laufbänder für Sport, nicht flache Pads für den Schreibtisch. Für das Gehen beim Arbeiten sind sie ungeeignet, weil man das Band ständig selbst antreiben muss. Wer wegen der Stromkosten fragt, findet die Antwort oben: Ein Walking Pad kostet im Betrieb wenige Cent pro Stunde.
Mein Fazit
Rund 6 Cent pro Stunde Gehen sind vernachlässigbar. Wichtiger als der Verbrauch sind Lautstärke, Laufgefühl und die Frage, ob das Gerät wirklich täglich genutzt wird. Alle Messwerte findest du in den verlinkten Tests und in meinem Walking Pad Test. Ob sich die Anschaffung insgesamt rechnet, rechne ich im Artikel Sind Schreibtischlaufbänder ihr Geld wert? durch.
Häufige Fragen zum Stromverbrauch von Walking Pads
Wie viel Strom verbraucht ein Walking Pad pro Stunde?
Beim Gehen mit 3 bis 4 km/h etwa 0,13 bis 0,15 kWh. Das KUIPERS K1 verbrauchte in rund zwei Stunden 0,271 kWh, das WalkingPad X214 unter 0,3 kWh.
Was kostet eine Stunde auf dem Walking Pad?
Bei 40 Cent pro Kilowattstunde rund 6 Cent beim Gehen und rund 10 Cent im Intervallprogramm mit Laufabschnitten.
Verbraucht ein stärkerer Motor mehr Strom?
Nein. Die Wattangabe ist die Spitzenleistung. Beim gleichmäßigen Gehen läuft jeder Motor weit darunter, entscheidend sind Tempo, Gewicht und Schmierung.
Gibt es Walking Pads ohne Strom?
Alle getesteten Walking Pads haben einen Motor. Manuelle Laufbänder ohne Motor sind größere Sportgeräte, die sich nicht für das Gehen am Schreibtisch eignen.
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