Titelbild: KI-generiertes Symbolbild, erstellt mit ChatGPT. Die Produktfotos in den verlinkten Tests sind echte Aufnahmen.
Ein Thermometer zeigt immer nur die Temperatur an genau der Stelle, an der es hängt. Hängt der Außensensor in der Nachmittagssonne an der Hauswand, misst er die aufgeheizte Wand mit. Steht die Innenstation über der Heizung, zeigt sie einen Wert, den es im restlichen Raum gar nicht gibt. Hier liest du, wo Außensensor und Innenstation hingehören, wie du die Luftfeuchte richtig liest und wann Lüften sinnvoll ist.
Kurz gesagt
Den Außensensor hängst du in den Schatten, mit etwas Luft zur Wand, geschützt vor direktem Regen und etwa auf Kopfhöhe. Die Innenstation gehört an eine Innenwand, weg von Heizung, Fenster und Sonne. Um das Schimmelrisiko möglichst gering zu halten, sollte die relative Luftfeuchte laut Umweltbundesamt zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Liegt der Wert darüber, hilft Stoßlüften, nicht das gekippte Fenster.
Warum der Standort so viel ausmacht
Der Deutsche Wetterdienst misst die Lufttemperatur immer in zwei Metern Höhe über dem Boden, nicht in der prallen Sonne, sondern in einem gut belüfteten Strahlungsschutz. Die Station steht dabei möglichst frei, mit Abstand zu Gebäuden und auf kurz gehaltenem Gras. Der DWD erklärt so auch, warum ein Thermometer an der geschützten Hauswand in der Nachmittagssonne deutlich mehr anzeigt als die offizielle Messung (Thema des Tages vom 14.09.2020). Zu Hause musst du keine Wetterstation nachbauen. Die Regeln dahinter helfen dir aber, Fehler zu vermeiden: Schatten, Luft drumherum und Abstand zu allem, was Wärme abstrahlt.
Wie stark der Ort den Wert bestimmt, habe ich selbst im Test der Midea PortaSplit gesehen. Dort habe ich bewusst direkt am Luftauslass gemessen. Die angesaugte Raumluft hatte etwa 22,5 Grad, aus dem Gerät kam die Luft mit etwa 8,1 Grad. Für die Raumtemperatur wäre das der völlig falsche Platz gewesen.
Außensensor richtig anbringen
Für den Außensensor gilt vor allem eines: Er soll die Luft messen, nicht die Sonne und nicht die Hauswand.
- Schatten, möglichst den ganzen Tag: In Deutschland ist das meist eine Wand auf der Nordseite oder ein Platz unter einem Dachüberstand. Schon kurze direkte Sonne kann den Wert hochtreiben.
- Luft zur Wand: Häng den Sensor nicht flach an die Fassade, sondern so, dass Luft um ihn herum strömen kann, zum Beispiel an seiner Schlaufe. Eine Wand, die tagsüber Sonne abbekommt, gibt die Wärme noch lange danach ab.
- Etwa auf Kopfhöhe: Der DWD misst in zwei Metern Höhe. Direkt über Pflaster, Kies oder dem Terrassenboden misst du die Wärme des Untergrunds mit.
- Regen von oben abhalten: Ein Dachüberstand oder ein kleines Vordach hält Regen und Sonne ab. Prüf in der Anleitung, wie wetterfest dein Sensor ist. Ein Sensor nach IP65 ist gegen Strahlwasser und Staub geschützt, untertauchen darfst du ihn trotzdem nicht.
- Weg von Wärmequellen: Nicht neben Abluft, Kamin, Grill oder der Außeneinheit von Klimagerät oder Wärmepumpe.
- Funk beachten: Funksensoren schaffen im Freien oft große Strecken, Wände verkürzen sie. Teste den Platz, bevor du den Sensor fest montierst.
| Standort außen | Eignung | Warum |
| Nordwand mit Luftspalt, unter Dachüberstand | gut | Schatten, Regenschutz, Luft kann zirkulieren |
| Baum oder Pergola im Schatten, etwa 2 m hoch | gut | frei, schattig, weg vom Boden |
| Südwand, direkt auf der Fassade | schlecht | Sonne und Wärme der Wand verfälschen den Wert |
| Balkonboden oder Fensterbank außen | schlecht | Wärme von Boden und Glas, oft Sonne |
| Neben Abluft oder Wärmepumpe | schlecht | warme oder kalte Luftströme |

Innen: nicht über der Heizung, nicht am Fenster
Drinnen soll das Thermometer zeigen, wie warm und feucht der Raum ist, in dem du dich aufhältst. Das klappt am besten an einer Innenwand, ungefähr zwischen Sitz- und Kopfhöhe, frei im Raum und nicht hinter dem Vorhang oder im vollen Regal.
- Nicht über oder neben der Heizung: Warme Luft steigt am Heizkörper auf, das Thermometer zeigt dann mehr als im Raum.
- Nicht auf der Fensterbank: Sonne durchs Glas heizt das Gehäuse auf, im Winter kühlt die Scheibe. Beides verfälscht Temperatur und Luftfeuchte.
- Nicht im Strahl einer Infrarotheizung: Infrarotheizungen erwärmen vor allem Flächen und Gegenstände. Die Decken-Infrarotheizung von Heidenfeld etwa wird laut Heidenfeld an der Oberfläche bis zu 125 Grad heiß. Ein Thermometer darunter misst die Strahlung mit. Mehr dazu im Ratgeber Infrarotheizung: Lohnt sie sich?.
- Nicht neben Wasserkocher, Herd oder Dusche, wenn du den Raumwert willst. Dort entstehen kurzzeitig Feuchtespitzen.
- Nicht in die Kälte: Viele Innenstationen sind nicht für draußen gedacht. SwitchBot empfiehlt für das Meter Pro 5 bis 60 Grad und 20 bis 80 Prozent Luftfeuchte und für draußen ausdrücklich den Außensensor.
Nach dem Umstellen braucht ein Gerät etwas Zeit, bis es die Raumtemperatur angenommen hat. Lies den Wert also nicht gleich nach dem Aufstellen ab.
Luftfeuchte richtig lesen
Das Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchte. Sie sagt, wie viel Prozent der Wassermenge in der Luft stecken, die die Luft bei dieser Temperatur höchstens aufnehmen kann. Warme Luft kann mehr Feuchte aufnehmen als kalte. Darum steigt die relative Luftfeuchte, wenn ein Raum kühler wird, obwohl kein Tropfen Wasser dazukommt. Laut Umweltbundesamt sind deshalb kalte Außenwände, Raumecken und Nischen hinter Möbeln besonders gefährdet.
Als Orientierung nennt das Umweltbundesamt (Stand 13.12.2024): Um das Schimmelrisiko so gering wie möglich zu halten, sollte die relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent liegen. In einer FAQ vom 22.09.2022 schreibt das UBA: Liegt die relative Luftfeuchte über Tage und Wochen über 60 Prozent, kann das bereits binnen weniger Tage Schimmelwachstum begünstigen, der genaue Wert hängt von Gebäudetyp und Dämmstandard ab. Für Wohnungen empfiehlt das UBA dort, die Raumtemperatur tagsüber nicht unter 19 bis 20 Grad zu senken, nachts kann auf 18 Grad abgesenkt werden.
| Anzeige | Was es bedeutet | Was du tun kannst |
| unter 40 % | eher trockene Luft | weiter kurz stoßlüften, Fenster nicht dauerhaft kippen |
| 40 bis 60 % | Bereich, den das UBA empfiehlt | weiter regelmäßig stoßlüften |
| dauerhaft über 60 % | Schimmelrisiko steigt laut UBA | öfter stoßlüften, Feuchtequellen prüfen, Temperatur nicht zu tief absenken |
Wichtig beim Ablesen: Hygrometer können untereinander um einige Prozent abweichen. Das SwitchBot Meter Pro gibt SwitchBot mit ±2 Prozent zwischen 10 und 90 Prozent Luftfeuchte an. Stell zwei Geräte nebeneinander, wenn du unsicher bist. Bei manchen Modellen lässt sich der Wert per App nachjustieren, beim Meter Pro laut Anleitung in der SwitchBot-App.

Richtig lüften mit Blick aufs Hygrometer
Das Umweltbundesamt rät zum Stoßlüften: mehrere Fenster kurz weit öffnen, am besten gegenüberliegende, damit Durchzug entsteht. So tauscht sich viel Luft aus, ohne dass die Wände zu sehr auskühlen. Dauerhaft gekippte Fenster erhöhen laut UBA den Energieverbrauch deutlich und können die Wand am Fenster so auskühlen, dass sich dort Kondenswasser bildet.
- Kalte Jahreszeit: je nach Temperatur und Wind 2- bis 3-mal am Tag etwa 5 Minuten pro Raum mit weit geöffnetem Fenster.
- Schlafzimmer: morgens nach dem Aufstehen 5 bis 10 Minuten.
- Küche und Bad: während und direkt nach dem Kochen oder Duschen 5 bis 10 Minuten, die Tür zur übrigen Wohnung bleibt dabei zu.
- Warme Jahreszeit: länger, etwa 10 bis 20 Minuten pro Lüftung, weil sich die Luft langsamer austauscht.
- Keller im Sommer: laut UBA nicht tagsüber lüften, sondern nachts oder in den kühlen Morgenstunden; Wohnungen im Erdgeschoss früh morgens und spät abends. Sonst kann warme, feuchte Luft an den kühlen Wänden kondensieren.
Hier hilft der Außensensor: Du siehst auf einen Blick, ob es draußen gerade kühler ist als drinnen. Lass dich von einer hohen Luftfeuchte draußen im Winter nicht abschrecken. Kalte Luft enthält wenig Wasser. Erwärmt sie sich drinnen, sinkt ihre relative Luftfeuchte deutlich.
Beispiel: das SwitchBot Meter Pro aus meinem Test
Für den Test des SwitchBot Meter Pro habe ich das Set aus Innenstation und Außensensor selbst gekauft und im Video eingerichtet. Die Innenstation zeigt Temperatur und Luftfeuchte mit großen Ziffern, darunter eine farbige Skala von trocken über angenehm bis feucht. Der Außensensor hat eine Schlaufe zum Aufhängen und ein Klebepad für einen festen Platz. Laut SwitchBot ist er nach IP65 geschützt.
Gekoppelt hat sich der Sensor bei mir ohne App, ohne Konto und ohne Hub: Batterien rein, kurz darauf standen die Außenwerte unten auf dem Display. Laut SwitchBot reicht die Funkverbindung im Freien ohne Hindernisse bis 120 Meter, Wände verkürzen die Strecke. Durch die Hauswand und im Regen habe ich den Sensor nicht getestet. Wettervorhersage und Werte von unterwegs gibt es nur mit einem SwitchBot Hub.

Checkliste zum Aufstellen
- Außensensor: Schatten, Luft zur Wand, Regenschutz von oben, etwa Kopfhöhe.
- Nicht über Pflaster, nicht neben Abluft, Kamin oder Wärmepumpe.
- Funkverbindung am geplanten Platz testen, bevor du fest montierst.
- Innenstation: Innenwand, weg von Heizung, Fenster, Sonne und Infrarotheizung.
- Nach dem Umstellen etwas warten, dann ablesen.
- Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent anpeilen, bei mehr stoßlüften.
- Zwei Geräte vergleichen, wenn dir ein Wert komisch vorkommt.

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Fazit
Ein Thermometer ist nur so gut wie sein Platz. Draußen gehört der Sensor in den Schatten, mit Abstand zur Wand und Schutz von oben. Drinnen an eine Innenwand, weg von allem, was Wärme abgibt. Dann zeigt dir das Hygrometer verlässlich, wann Lüften sinnvoll ist. Wie das mit einem Gerät mit Außensensor in der Praxis aussieht, siehst du im SwitchBot Meter Pro Test. Wenn es im Sommer drinnen zu warm wird, hilft der Ratgeber Ventilator oder Klimaanlage.
Häufige Fragen zum Aufstellen von Thermometern
Wo bringe ich ein Außenthermometer am besten an?
Im Schatten, idealerweise an einer Wand, die den ganzen Tag keine Sonne abbekommt, mit etwas Luft zur Fassade und etwa auf Kopfhöhe. Ein Dachüberstand hält Regen und Sonne ab. Der Deutsche Wetterdienst misst in zwei Metern Höhe in einem belüfteten Strahlungsschutz.
Warum zeigt mein Außenthermometer zu viel an?
Meist trifft Sonne den Sensor oder die Wand dahinter. Eine besonnte Hauswand gibt die Wärme noch lange ab. Der DWD erklärt so, warum Thermometer an der Hauswand in der Nachmittagssonne deutlich höhere Werte zeigen als die offizielle Messung.
Darf ein Thermometer über der Heizung hängen?
Besser nicht. Am Heizkörper steigt warme Luft auf, das Thermometer zeigt dann mehr als im übrigen Raum. Häng es an eine Innenwand, weg von Heizung, Fenster und direkter Sonne.
Welche Luftfeuchtigkeit ist in der Wohnung richtig?
Laut Umweltbundesamt sollte die relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent liegen, um das Schimmelrisiko gering zu halten. Liegt sie über Tage über 60 Prozent, kann das Schimmelwachstum begünstigen.
Wie oft sollte ich im Winter lüften?
Das Umweltbundesamt nennt in der kalten Jahreszeit je nach Temperatur und Wind 2- bis 3-mal am Tag etwa 5 Minuten Stoßlüften pro Raum mit weit geöffnetem Fenster. Nach dem Duschen oder Kochen zusätzlich 5 bis 10 Minuten.
Muss der Außensensor vor Regen geschützt werden?
Das hängt von der Schutzart ab, die in der Anleitung steht. Ein Sensor nach IP65 ist gegen Strahlwasser und Staub geschützt. Ein Platz unter einem Dachüberstand ist trotzdem sinnvoll, weil er gleichzeitig vor Sonne schützt.
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