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Infrarotheizung: Lohnt sie sich? Stromkosten, Deckenmontage und für welche Räume

Wie Infrarot wärmt, was eine Stunde Heizen kostet, Decke oder Wand, welche Leistung ein Raum braucht und für wen sich eine Infrarotheizung lohnt. Mit meiner Erfahrung mit der Heidenfeld HF-HP 500 im Bad.

Eine Infrarotheizung verspricht schnelle Wärme ohne Heizkörper und ohne Rohre. Sie hängt an der Wand oder an der Decke und läuft mit Strom. Die Frage ist, was das im Alltag kostet, für welche Räume das Prinzip passt und wann es ein teurer Kompromiss ist.

Ich habe die Heidenfeld HF-HP 500 in meinem Bad an der Decke montiert, dort, wo vorher die Lampe hing. Seitdem heizt und leuchtet sie gleichzeitig. Hier erkläre ich, wie Infrarot wärmt, rechne die Stromkosten vor, vergleiche Decke und Wand und sage dir, für wen sich der Kauf lohnt.

Kurz gesagt

Eine Infrarotheizung lohnt sich als Zusatzheizung für Räume, die du kurz und gezielt warm brauchst: Bad, Homeoffice, Hobbyraum oder die Übergangszeit. Sie wärmt sofort, braucht keine Installation an der Heizungsanlage und passt an Decke oder Wand. Als einzige Heizung für ein ganzes Haus rechnet sie sich nur bei sehr guter Dämmung oder eigenem Solarstrom, denn Strom kostet je Kilowattstunde deutlich mehr als Gas oder Wärmepumpenwärme. Meine Heidenfeld HF-HP 500 mit 640 Watt kostet bei einem Beispieltarif von 35 Cent rund 22 Cent pro Stunde.

Wie Infrarot wärmt

Ein klassischer Heizkörper erwärmt die Luft, die steigt nach oben und erreicht dich erst nach einer Weile. Eine Infrarotheizung sendet stattdessen Wärmestrahlung aus, ähnlich wie die Sonne oder ein Kachelofen. Diese Strahlung erwärmt Oberflächen und Körper, auf die sie trifft: Wände, Boden, Möbel und dich selbst. Die Luft dazwischen bleibt zunächst kühler.

Das hat drei Folgen. Du spürst die Wärme sofort, sobald das Panel auf Temperatur ist. Die Wirkung ist gerichtet: Wer im Strahlungsbereich steht, hat es warm, wer hinter einer Ecke sitzt, merkt weniger. Und du musst den Raum nicht vorheizen. Einschalten, wenn du ihn nutzt, ausschalten, wenn du gehst.

Beim Wirkungsgrad gibt es keine Tricks. Strom wird nahezu vollständig in Wärme umgesetzt, wie bei jeder Elektroheizung. Der Haken ist der Preis pro Kilowattstunde. Strom ist teurer als Gas, und eine Wärmepumpe holt aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme. Deshalb entscheidet die Nutzungsdauer, ob sich Infrarot rechnet.

Für welche Räume sich eine Infrarotheizung eignet

  • Bad: Der Klassiker. Morgens kurz einschalten, warm duschen und abtrocknen, wieder aus. Genau so nutze ich meine Heidenfeld.
  • Homeoffice: Wer allein in einem Zimmer arbeitet, muss nicht die ganze Wohnung heizen.
  • Hobbyraum, Werkstatt, Gästezimmer: Räume, die selten und kurz genutzt werden, sind ideal. Vorheizen entfällt.
  • Übergangszeit: Im Frühjahr und Herbst überbrückt sie die kühlen Stunden, ohne dass die Zentralheizung anspringen muss.
  • Weniger geeignet: Große, schlecht gedämmte Räume und Wohnungen, die den ganzen Tag warm sein sollen. Hier läuft die Heizung dauerhaft und die Stromrechnung steigt.

Als Vollheizung kommt Infrarot nur in Frage, wenn der Dämmstandard sehr gut ist oder eigener Strom vom Dach kommt. Dann zählt, dass keine Heizungsanlage, keine Rohre und keine Wartung nötig sind.

Stromkosten gerechnet

Die Rechnung ist einfach: Leistung in Watt mal Stunden ergibt die Kilowattstunden, multipliziert mit deinem Strompreis. Ich rechne mit den 640 Watt meiner Heidenfeld HF-HP 500 und mit einem Beispielpreis von 35 Cent je Kilowattstunde. Das ist ein Beispiel, dein Tarif kann abweichen.

NutzungVerbrauchKosten bei 35 Cent/kWh
1 Stunde0,64 kWhca. 22 Cent
3 Stunden täglich1,92 kWhca. 67 Cent
1 Stunde täglich, 30 Tage19,2 kWhca. 6,70 Euro
3 Stunden täglich, 30 Tage57,6 kWhca. 20 Euro

Die Tabelle rechnet mit Dauerbetrieb bei voller Leistung. In der Praxis liegt der Verbrauch darunter, weil das Thermostat abschaltet, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist. Wer nur kurz morgens im Bad heizt, bleibt bei wenigen Cent am Tag. Wer dagegen ein Wohnzimmer acht Stunden täglich mit zwei Panels heizt, landet schnell bei einem Vielfachen der Tabellenwerte.

Decke oder Wand: Wo die Infrarotheizung hängen sollte

An der Decke strahlt die Heizung nach unten auf Boden, Möbel und Menschen. Nichts steht im Weg, und die Wandfläche bleibt frei, was in kleinen Bädern Gold wert ist. Dafür ist die Montage über Kopf anstrengender, und die Decke muss das Gewicht tragen. Meine Heidenfeld wiegt rund sechs Kilogramm.

An der Wand ist die Montage einfacher, und die Strahlung trifft dich frontal, etwa am Schreibtisch. Dafür wird die Heizung schneller zugestellt. Wichtig ist bei beiden Varianten der Abstand. Die Rückseite meiner Heidenfeld wird im Betrieb 50 bis 60 Grad warm, die Heizfläche laut Datenblatt bis zu 125 Grad. Halte den vom Hersteller genannten Abstand zu Möbeln, Vorhängen und Decke ein und hänge sie nicht über Wanne oder Dusche, wenn die Schutzart das nicht erlaubt. Meine hat IP52, also Schutz gegen Tropfwasser.

Beim Stromanschluss gibt es zwei Wege. Der einfache: Stecker in die Steckdose, bei Bedarf mit einem Steckdosen-Thermostat dazwischen. Der feste Anschluss an die Deckenleitung, wie bei mir anstelle der Lampe, gehört in die Hände eines Elektrikers. Bei meinem Gerät musste das Kabel dafür umgebaut werden. Unsachgemäße Änderungen kosten die Garantie und sind ein Sicherheitsrisiko.

Leistung und Raumgröße

Wie viel Watt ein Raum braucht, hängt von Größe, Dämmung und Fensterfläche ab. Eine feste Formel gibt es nicht, die Hersteller nennen in ihren Datenblättern Spannen je nach Dämmstandard. Als vorsichtige Orientierung: Ein kleines Bad oder Büro kommt mit einem Panel um 500 bis 700 Watt aus, ein Wohnzimmer braucht deutlich mehr, oft zwei Panels.

Meine Heidenfeld hat 640 Watt und misst 110,3 mal 70,3 Zentimeter bei 3,3 Zentimetern Dicke. Für mein Bad reicht das gut, größere Räume schafft sie nicht. Wer unsicher ist, nimmt lieber etwas mehr Leistung mit Thermostat. Das Thermostat regelt herunter, ein zu schwaches Panel läuft dauerhaft und wird trotzdem nicht warm genug.

Meine Erfahrung mit der Heidenfeld HF-HP 500 im Bad

Die HF-HP 500 ist eine Decken-Infrarotheizung mit integriertem LED-Licht. Das war der eigentliche Reiz: eine Fläche an der Decke, die heizt und die Badezimmerlampe ersetzt. Die LEDs sind dimmbar, warmweiß mit 3.000 Kelvin und 2.900 Lumen. Licht und Wärme lassen sich getrennt steuern. Morgens lasse ich mich anstrahlen, während das Licht nur gedimmt läuft.

Gesteuert wird über ein Thermostat mit Fernbedienung, einstellbar von 0 bis 45 Grad in Ein-Grad-Schritten, dazu Timer und Überhitzungsschutz. Das Koppeln brauchte eine kurze Anleitung, danach lief alles einfach. Der Rahmen ist aus Aluminium, die Verarbeitung sauber. Heidenfeld gibt zehn Jahre Garantie.

Zwei Punkte solltest du kennen. Beim festen Anschluss an die Deckenleitung schaltet der Lichtschalter das Licht nicht mehr ein, alles läuft dann über Thermostat und Fernbedienung. Und das Kabel ist für einen Festanschluss kurz, bei meinem Gerät sind es 1,9 Meter. Die aktuell verkaufte Version hat laut Hersteller leicht abweichende Maße und ein etwas kürzeres Kabel. Wer die Heizung in eine Steckdose steckt, hat das Lichtschalter-Problem nicht und braucht keinen Kabelumbau.

Mein Vergleichsvideo zu Infrarotheizungen

In diesem Video vergleiche ich vier Infrarotheizungen, erkläre die Grundlagen und zeige am Ende eine Vergleichstabelle.

Hinweis: Das Video ist von Oktober 2022. Die dort gezeigten Modelle können inzwischen überarbeitet oder nicht mehr erhältlich sein. Prüfe vor dem Kauf die aktuelle Verfügbarkeit und die Angaben des Herstellers.

Für wen sich eine Infrarotheizung lohnt

  • Ja, wenn du einen einzelnen Raum kurz und gezielt warm brauchst, etwa das Bad am Morgen oder das Homeoffice am Tag.
  • Ja, wenn du keine Heizungsrohre verlegen kannst oder willst, zum Beispiel im Anbau, im Gartenhaus oder in der Mietwohnung.
  • Ja, wenn du eigenen Solarstrom hast und tagsüber heizt.
  • Eher nein, wenn du eine ganze Wohnung den ganzen Tag warm halten willst und mit Gas oder Wärmepumpe heizen könntest.
  • Eher nein, wenn der Raum schlecht gedämmt ist und die Wärme schnell wieder verloren geht.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Leistung zum Raum: Herstellerangaben zur Raumgröße lesen und bei schlechter Dämmung eine Stufe höher greifen.
  • Thermostat: Ohne Thermostat läuft die Heizung durch. Mitgeliefert oder als Steckdosen-Thermostat, Hauptsache vorhanden.
  • Montageart: Decke oder Wand, Halterung im Lieferumfang, Bohrschablone dabei.
  • Anschluss: Stecker für die Steckdose oder Festanschluss. Beim Festanschluss Kabellänge prüfen und den Elektriker einplanen.
  • Schutzart: Fürs Bad auf die IP-Angabe achten und den Abstand zu Dusche und Wanne einhalten.
  • Oberflächentemperatur: Panels werden heiß. Nicht dort montieren, wo Kinder oder Haustiere sie berühren können.
  • Extras: Integriertes Licht, Timer, App-Steuerung. Nur zahlen, was du wirklich nutzt.

Mein Fazit

Eine Infrarotheizung ist keine Wunderheizung, aber ein praktisches Werkzeug für den richtigen Raum. Sie wärmt sofort und kostet bei kurzer Nutzung nur Cent-Beträge am Tag. Als Dauerheizung für die ganze Wohnung zahlt man drauf. In meinem Bad möchte ich die Heidenfeld HF-HP 500 nicht mehr missen, gerade weil sie die Deckenlampe gleich mit ersetzt. Weitere Modelle findest du in der Kategorie Infrarotheizungen und in meiner Übersicht Haushaltsgeräte Test im Abschnitt Klimageräte, Luftreiniger und Heizung. Und falls es im Sommer zu warm wird: In meinem Ratgeber Ventilator oder Klimaanlage geht es um das Gegenteil.

Häufige Fragen zur Infrarotheizung

Was kostet eine Infrarotheizung pro Stunde an Strom?

Leistung mal Stunden mal Strompreis. Ein Panel mit 640 Watt verbraucht in einer Stunde 0,64 Kilowattstunden. Bei einem Beispielpreis von 35 Cent sind das rund 22 Cent. Mit Thermostat liegt der Verbrauch meist darunter, weil die Heizung nicht durchgehend läuft.

Kann eine Infrarotheizung die Zentralheizung ersetzen?

Nur bei sehr gut gedämmten Gebäuden oder mit eigenem Solarstrom. Strom kostet je Kilowattstunde mehr als Gas oder Wärmepumpenwärme. Als Zusatzheizung für einzelne Räume ist sie dagegen sinnvoll.

Decke oder Wand: Was ist besser?

An der Decke ist die Strahlung frei und nichts steht im Weg, dafür ist die Montage aufwendiger. An der Wand ist sie einfacher montiert und wirkt frontal, wird aber leichter zugestellt. Beim Festanschluss an die Deckenleitung gehört die Arbeit dem Elektriker.

Für welche Räume eignet sich eine Infrarotheizung?

Für Räume, die kurz und gezielt genutzt werden: Bad, Homeoffice, Hobbyraum, Gästezimmer und die Übergangszeit. Weniger geeignet für große, schlecht gedämmte Räume, die den ganzen Tag warm sein sollen.

Wie viel Watt braucht ein Raum?

Das hängt von Größe, Dämmung und Fensterfläche ab. Herstellerangaben beachten. Ein kleines Bad oder Büro kommt mit rund 500 bis 700 Watt aus, ein Wohnzimmer braucht deutlich mehr. Meine Heidenfeld HF-HP 500 mit 640 Watt reicht für mein Bad.

Weitere Ratgeber

Timo Kirschhausen
Timo Kirschhausen

Verantwortlich für die Inhalte auf 4-Happy-Home.

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