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Infrarotheizung mit Thermostat richtig einstellen: Wochenprogramm, Absenktemperatur und Stromverbrauch in kWh

Wochenprogramm 5+2, Absenktemperatur, Favoriten-Taste und warum eine höhere Wunschtemperatur nicht schneller heizt: So stellst du das Thermostat einer Infrarotheizung ein. Mit meinen Messwerten der Heidenfeld HF-HP 500 und einer Rechnung in kWh.

Titelbild: KI-generiertes Symbolbild, erstellt mit ChatGPT. Die Produktfotos in den verlinkten Tests sind echte Aufnahmen.

Über Infrarotheizungen liest du oft, das Thermostat sei unbrauchbar. Zu meiner Heidenfeld HF-HP 500 habe ich das auch gelesen. Ich musste mich ebenfalls erst einlesen. Sobald man die Logik verstanden hat, ergeben alle Funktionen Sinn. Hier zeige ich dir, wie du Wochenprogramm, Absenktemperatur und Zeiten einstellst und was das in Kilowattstunden bedeutet.

Die Heidenfeld HF-HP 500 wurde mir für den Test zur Verfügung gestellt.

Als Beispiel dient das Thermostat mit Fernbedienung aus meinem Test der Heidenfeld HF-HP 500. Bei anderen Herstellern können Tasten und Abläufe anders heißen und anders funktionieren. Schau dort in die Anleitung. Ob sich eine Infrarotheizung grundsätzlich lohnt und wo sie hängen sollte, steht im Ratgeber Infrarotheizung: Lohnt sie sich?. Das wiederhole ich hier nicht.

Kurz gesagt

Meine Infrarotheizung heizt mit voller Leistung oder gar nicht. Das Thermostat entscheidet nur, wann. Eine höhere Wunschtemperatur heizt deshalb nicht schneller. Sinnvoll ist ein Zeitprogramm, das kurz vor der Nutzung startet, und eine niedrige Grundtemperatur für die übrige Zeit. Meine Heizung zog im Betrieb rund 620 Watt. Eine halbe Stunde am Morgen sind damit rund 0,31 Kilowattstunden.

Was das Thermostat eigentlich regelt

Ein Thermostat vergleicht die eingestellte Wunschtemperatur mit dem gemessenen Wert und entscheidet, ob geheizt wird. So beschreibt es auch co2online. Bei meiner Heidenfeld heißt das: Liegt die Wunschtemperatur unter der Raumtemperatur, springt die Heizung nicht an. Ist die Wunschtemperatur erreicht, schaltet sie ab.

Dazwischen gibt es keine halbe Leistung. Mit eingeschalteter Heizung zeigte mein Messgerät ziemlich konstant rund 620 Watt. Deshalb bringt es nichts, die Temperatur auf 40 Grad zu drehen, um schneller warm zu werden. Die Heizung läuft mit derselben Wattzahl und hört nur später auf. Einstellbar sind bei meinem Thermostat maximal 45 Grad.

Positiv aufgefallen ist mir: Die Heizung springt nicht sofort wieder an, wenn die Raumtemperatur 0,1 Grad unter die Wunschtemperatur fällt, sondern erst etwa 1 Grad darunter. So schaltet sie nicht ständig unnötig an und aus.

Raumtemperatur oder Strahlungswärme: was das Display zeigt

Eine Infrarotheizung erwärmt laut co2online vor allem Flächen, Möbel und Menschen, die von der Strahlung getroffen werden. Ein Teil der Energie geht trotzdem an die Luft. co2online vergleicht das mit der Sonne an einem kühlen Tag: Wer in der Sonne steht, friert nicht, obwohl die Luft kalt ist.

Das Thermostat misst dagegen die Temperatur an der Stelle, an der es hängt. Deshalb passt die Zahl auf dem Display nicht immer zu dem, was du fühlst. Morgens lasse ich mich im Bad von der Infrarotwärme anstrahlen, das empfinde ich als sehr angenehm.

  • Wunschtemperatur nicht hochjagen: Nur weil das Display noch nicht passt, wird es nicht schneller warm. Die Leistung bleibt gleich.
  • Thermostat sinnvoll platzieren: Ich habe meines mit einem Wandstreifen an die Wand geklebt. Häng es dorthin, wo du dich aufhältst, und möglichst nicht direkt in den Strahl der Heizung.
  • Zweiter Messwert hilft: Ein separates Thermo-Hygrometer wie das SwitchBot Meter Pro aus meinem Test zeigt dir Raumtemperatur und Luftfeuchte unabhängig vom Thermostat.
Wandthermostat einer Infrarotheizung im 5+2-Modus mit Raumtemperatur, Wunschtemperatur, Datum und Uhrzeit, daneben das leuchtende Panel

Erste Schritte: koppeln, Datum und Uhrzeit

Ohne Verbindung zum Thermostat passiert bei meiner Heizung erst einmal nichts, auch wenn sie eingesteckt ist. So richtest du das Thermostat bei der Heidenfeld ein:

  1. Koppeln: Die Grad/Fahrenheit-Taste und die Mode-Taste gleichzeitig drücken. Ein Piepton bestätigt die Verbindung.
  2. Datum stellen: Die Time-Taste gedrückt halten. Mit jedem weiteren Druck auf Time springst du weiter von Jahr über Monat zum Tag.
  3. Uhrzeit prüfen: Den Wochentag nimmt das Thermostat aus dem Datum. Stimmen Datum und Uhrzeit nicht, startet das Programm zur falschen Zeit.

Wochenprogramm 5+2 einrichten

Im 5+2-Modus programmierst du Montag bis Freitag und das Wochenende getrennt. Für Montag bis Freitag gibt es bis zu vier Zeitfenster. Die Heizung braucht etwas Vorlaufzeit, bis sie richtig warm ist. Lass sie deshalb 5 bis 10 Minuten vor dem Aufstehen starten.

  1. Die Set-Taste gedrückt halten. Oben erscheint „On“ mit der Startzeit.
  2. Links die Stunde, rechts die Minuten in Fünf-Minuten-Schritten einstellen.
  3. Set drücken und die Ausschaltzeit genauso einstellen.
  4. Set drücken und die Wunschtemperatur für dieses Zeitfenster wählen.
  5. Mit Set geht es zum nächsten Zeitfenster. Nach den vier Fenstern für Montag bis Freitag folgen Samstag und Sonntag.
  6. Zum Schluss die Mode-Taste gedrückt halten, bis oben „On“ steht. Bei „Off“ sind die programmierten Zeiten ausgeschaltet.

Eine Stolperfalle hat mich beim ersten Versuch erwischt: Die Infrarotheizung selbst muss eingeschaltet sein, sonst greift das Programm nicht. Außerdem gilt: Wartest du beim Einstellen zu lange, springt das Thermostat zurück in die Standardanzeige.

Meine EinstellungMontag bis FreitagSamstag und Sonntag
Aufstehen6:00 Uhr8:00 Uhr
Start der Heizung5:50 Uhr7:50 Uhr
Laufzeiteine halbe Stundefrei wählbar
Wunschtemperatur im Zeitfenster24 °Cfrei wählbar
Außerhalb der Zeitfenster18 °C18 °C

Mit 24 Grad läuft die Heizung im Zeitfenster bei mir dauerhaft, weil es im Bad normalerweise nicht wärmer wird. Danach regelt sie wieder auf 18 Grad herunter.

Absenktemperatur: was du außerhalb der Zeiten einstellst

Die Temperatur, die du außerhalb der Zeitfenster eingestellt lässt, ist deine Absenktemperatur. Liegt sie unter der Raumtemperatur, bleibt die Heizung aus und springt nur in den programmierten Zeiten an. Wer die Heizung wirklich nur im Programm nutzen will, stellt sie entsprechend niedrig, zum Beispiel auf 15 Grad. Ich lasse sie auf 18 Grad, dann ist sie praktisch aus, solange die Raumtemperatur nicht darunter fällt.

Das Umweltbundesamt empfiehlt (Stand 24.10.2023), die Raumtemperatur nachts oder bei einigen Stunden Abwesenheit auf etwa 18 Grad abzusenken, im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad zu heizen und bei wenigen Tagen Abwesenheit 15 Grad einzustellen. Programmierbare Thermostate können laut UBA etwa 10 Prozent Energie sparen.

Für spontane Wärme gibt es die Favoriten-Taste. Halte sie gedrückt und stell deine Wohlfühltemperatur ein, zum Beispiel 23 Grad. Steht das Thermostat auf 18 Grad, reicht später ein Druck auf die Taste, und es springt auf diesen Wert.

Licht getrennt steuern

Bei meiner Heidenfeld sind Licht und Heizung getrennt. Die oberen drei Tasten steuern das LED-Licht, der Bereich darunter die Heizung. Das Licht startet auf 25 Prozent und lässt sich in Stufen auf 50, 75 und 100 Prozent erhöhen. Hältst du die Taste gedrückt, dimmst du stufenlos, bis hinunter auf 5 Prozent.

Gemessen habe ich 9 Watt auf 25 Prozent, 17 Watt auf 50 Prozent und 33 Watt auf der höchsten Stufe. Heizung und Licht zusammen kamen bei voller Leistung auf knapp 652 Watt.

Stromverbrauch realistisch in kWh rechnen

Die Rechnung ist einfach: Watt mal Stunden geteilt durch 1.000 ergibt Kilowattstunden. Ich rechne mit den rund 620 Watt, die ich beim Heizen gemessen habe. Die Werte gelten für Dauerbetrieb im Zeitfenster, so wie bei meinen 24 Grad im Bad, und ohne Licht. Schaltet das Thermostat früher ab, liegt der Verbrauch darunter.

NutzungRechnungVerbrauch (rund)
30 Minuten am Morgen620 W × 0,5 h0,31 kWh
Montag bis Freitag je 30 Minuten0,31 kWh × 51,55 kWh pro Woche
Jeden Tag 30 Minuten0,31 kWh × 72,17 kWh pro Woche
30 Tage je 30 Minuten0,31 kWh × 309,3 kWh
30 Tage je 1 Stunde0,62 kWh × 3018,6 kWh
Licht auf 100 % für 30 Minuten33 W × 0,5 hknapp 0,02 kWh

Für die Kosten multiplizierst du die Kilowattstunden mit deinem Strompreis: Verbrauch in kWh mal x, wobei x dein Preis pro Kilowattstunde laut Stromrechnung ist. Feste Euro-Beträge nenne ich bewusst nicht, weil jeder Tarif anders ist.

Den größten Hebel hast du bei der Länge der Zeitfenster und bei der Absenktemperatur. Eine halbe Stunde mehr pro Tag macht sich in der Tabelle sofort bemerkbar. Und liegt die Absenktemperatur über der Raumtemperatur, heizt die Heizung auch außerhalb des Programms.

Decken-Infrarotheizung mit leuchtendem LED-Rahmen im Bad

Montage und Anschluss

Die Heidenfeld HF-HP 500 wiegt etwa 5,9 kg und misst 110,3 × 70,3 × 3,3 cm. Ohne Umbau kannst du sie einfach in eine passende Steckdose stecken. Ich habe sie anstelle meiner alten Badezimmerlampe an der Decke montiert. Dafür musste das Stromkabel umgebaut und fest mit der Deckenstromversorgung verbunden werden. Das gehört in die Hände eines Elektrikers. Wir haben uns dafür einen erfahrenen Elektrikermeister geholt, die Montage zeige ich im Video im Heidenfeld-Test. Unsachgemäße Änderungen sind ein Sicherheitsrisiko.

Mein Fazit

Das Thermostat einer Infrarotheizung wirkt am Anfang sperrig, ist aber logisch, sobald du weißt, dass meine Heizung nur an oder aus kennt. Stell Datum und Uhrzeit, programmiere kurze Zeitfenster kurz vor der Nutzung und lass außerhalb davon eine niedrige Absenktemperatur stehen. Dann bleibt der Verbrauch berechenbar: bei mir rund 0,31 Kilowattstunden für eine halbe Stunde warmes Bad am Morgen. Montage, Messwerte und das Video findest du im Heidenfeld HF-HP 500 Test, weitere Modelle in der Kategorie Infrarotheizungen.

Häufige Fragen zum Thermostat der Infrarotheizung

Heizt eine Infrarotheizung schneller, wenn ich das Thermostat höher stelle?

Nein. Die Heizung läuft mit derselben Leistung, bei meiner Heidenfeld rund 620 Watt, und hört nur später auf. Eine höhere Wunschtemperatur verlängert die Heizzeit, beschleunigt sie aber nicht.

Welche Absenktemperatur ist sinnvoll?

Das Umweltbundesamt empfiehlt (Stand 24.10.2023), nachts oder bei einigen Stunden Abwesenheit auf etwa 18 Grad abzusenken, bei wenigen Tagen Abwesenheit auf 15 Grad. Bei mir steht das Thermostat außerhalb der Zeitfenster auf 18 Grad.

Wie früh sollte das Zeitprogramm starten?

Die Heizung braucht etwas Vorlaufzeit. Lass sie 5 bis 10 Minuten vor der Nutzung anspringen. Bei mir startet sie werktags um 5:50 Uhr, wenn wir um 6 Uhr aufstehen.

Warum startet mein Wochenprogramm nicht?

Bei meiner Heidenfeld musste die Heizung eingeschaltet sein und das Programm per langem Druck auf die Mode-Taste auf „On“ stehen. Außerdem müssen Datum und Uhrzeit stimmen, sonst startet das Programm zur falschen Zeit.

Wie viel Strom braucht eine Infrarotheizung pro Tag?

Watt mal Stunden geteilt durch 1.000. Meine Heizung zog beim Heizen rund 620 Watt. Eine halbe Stunde täglich sind rund 0,31 Kilowattstunden, über 30 Tage rund 9,3 Kilowattstunden. Multipliziere das mit deinem Strompreis.

Warum zeigt das Thermostat weniger an, als ich fühle?

Infrarot erwärmt vor allem Flächen und Menschen, das Thermostat misst dagegen nur an seinem Platz. Im Strahlungsbereich kann sich die Wärme deshalb schon angenehm anfühlen, bevor die Raumluft die Wunschtemperatur erreicht hat.

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Timo Kirschhausen
Timo Kirschhausen

Verantwortlich für die Inhalte auf 4-Happy-Home.

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